Seelsorgeeinheit Oberes Bregtal
Informationen zur Pfarrgemeinde St. Cyriak Furtwangen PDF Drucken E-Mail

Die Geschichte der Kirchengemeinde St. Cyriak lässt sich bis in das Jahr 1179 zurückverfolgen. Papst Alexander III. bestätigte damals dem Kloster St. Georgen seine Besitzungen, Rechte und Einkünfte. Unter diesen wird auch „Furtwangen samt Kirche“ genannt. Furtwangen wird aber wesentlich älter sein, zumal es bereits eine Kirche gegeben hat.

Von 1483 an hatte der Pfarrverweser, ein Benediktinerpater, seinen Wohnsitz am Ort, die Seelsorge oblag dem Kloster St. Georgen. Erst 1806, nach der Säkularisation des Klosters, das seinen Sitz seit der Reformation in Villingen hatte, kamen die Furtwanger Pfarrer aus der Diözese Konstanz bzw. seit 1827 aus der Erzdiözese Freiburg.

Über Größe, Aussehen oder Ausstattung der ersten Furtwanger Kirche gibt es leider keine sicheren Quellen. In den Jahren 1733 bis 1734 wird von einem Neubau der zu klein gewordenen Pfarrkirche berichtet, wozu auch Bauteile der Vorgängerkirche verwendet wurden. Die neue Kirche war ausgestattet mit einem barocken Hochaltar aus der ehemaligen Benediktinerkirche in Villingen von Anton Josef Schupp. Am 10. Januar 1743 fielen der Turm mit seinen vier Glocken und die Turmuhr einem Brand, der durch ein schweres Wintergewitter hervorgerufen wurde, zum Opfer. Der Wiederaufbau geschah bereits im darauf folgenden Jahr nach einem Entwurf von Bauinspektor Steinwarz aus Donaueschingen. Vier neue Glocken fertigte die Glockengießerei Rosenlächer in Konstanz. Die neue Turmuhr war ein Werk des Uhrmachers Lorenz Bob aus Furtwangen. Am 15. Juli 1747 wurden Kirche und Hochaltar von Weihbischof Franz Carol Fugger von Kirchberg geweiht.

Durch eine weitere, noch schlimmere Brandkatastrophe am 23. Juni 1857 brannte die Kirche samt Turm völlig nieder. Das gesamte Inventar, Glocken, Turmuhr und vor allem die Orgel des Meisters Martin Blessing wurden ein Raub der Flammen.

 

Ein völliger Neubau der Pfarrkirche im neuromanischen Stil und in Anlehnung an eine dreischiffige Basilika entstand nach Plänen des Architekten Teufel in den Jahren 1859 bis 1861. Mit ihrem 52 Meter hohen, schlanken Turm, ist die Pfarrkirche seitdem der architektonische Mittelpunkt und das Wahrzeichen der Stadt Furtwangen.

 

Im Laufe der wechselvollen Geschichte wurde die Pfarrkirche St. Cyriak in den Jahren 1912 und 1936 renoviert und von 1968 bis 1972 umgebaut und umfassend erneuert. Die Kirche wurde um eine Werktagskapelle und eine neue Sakristei erweitert. Bedauerlicherweise gingen im Zuge der liturgischen Erneuerungen infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils auch einige für die Kirche charakteristische Stücke, darunter die wertvolle Orgel des Meisters Martin Braun aus Spaichingen und der majestätische, neuromanische Hochaltar der Gebrüder Moroder aus Offenburg – eine Stiftung von Maria Duffner aus Furtwangen – verloren. Bedauerlicherweise gelten auch Darstellungen des Kirchenpatrons St. Cyriak als verschollen. Nur noch fotografische Aufnahmen aus jener Zeit zeugen von der ursprünglichen Ausdruckskraft des Kircheninneren. Heute vollzieht sich die Liturgie an einem schlicht gehaltenen, doch wuchtigen Zelebrationsaltar des Künstlers Franz Gutmann aus St. Trudbert, der auch Ambo, Tabernakel und Taufbrunnen entsprechend den Erfordernissen der Zeit gestaltete. Weihwasserbecken und Osterleuchter, beides aus Bronze gefertigte Werke, schuf der Furtwanger Künstler Hubert Rieber.

 

Die jüngste Renovierung des Jahres 1997 unter dem im Dezember 2005 verstorbenen Pfarrer Josef Beha hat die klassischen Proportionen des neuromanischen Innenraumes wieder zur Geltung gebracht und mit einer dezenten, unaufdringlichen Farbgebung die Architektur neu belebt. Die Ausstattung der Kirche besteht nunmehr aus einem harmonischen Miteinander alter und neuer Kunstwerke. Soweit es möglich war, wurden nach gründlicher und originalgetreuer Restaurierung die in der Pfarrei verbliebenen alten Bestände wieder in den Kirchenraum integriert.

Die Pfarrkirche St. Cyriak liegt im Herzen der Stadt Furtwangen im Schwarzwald (880 m). Zur Pfarrgemeinde gehören derzeit ca. 4600 Gemeindemitglieder.

Zur Pfarrgemeinde gehören auch die Piuskapelle im Katzensteig und die Altenheimkapelle im Altenheim St. Cyriak.

 

Markus von Chamier, Pfr.

 

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Hochaltar der Notkirche St. Cyriak mit plastischer Darstellung des Kirchenpatrons (links):


 

Hochaltar von St. Cyriak vor 1923:



 

Chorraum von St. Cyriak vor dem Bildersturm Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts:



 

St. Cyriak heute:

Aktualisiert ( Donnerstag, 13. März 2008 14:36 )